Quecksilber in der Wasserwirtschaft
Quecksilber
Quecksilber ist das einzige Metall (und neben Brom auch das einzige Element), das bei Zimmertemperatur in flüssigem Zustand vorliegt. Es ist ein relativ seltenes Element - sein Anteil an der Erdkruste beträgt 0,00005 Gewichtsprozent (Rutherford-Online 2005), was angesichts der hohen Dichte von 13,6 g/cm³ sehr wenig ist.
In der Natur kommt Quecksilber meist in anorganisch gebundener Form (Salze, Oxide), aber auch Verbindung mit Kohlenstoff vor. Darüber hinaus ist es in kleineren Mengen auch in metallischer Form zu finden. Die für die Nutzung des Metalls wichtigste Verbindung ist Quecksilbersulfid (Zinnober), welches zur Quecksilbergewinnung abgebaut wird. Wichtige Lagerstätten befinden sich z. B. in Spanien, Slowenien und der Türkei.
Die Bedeutung von Quecksilber in der Industrie und in der Medizintechnik ist zwar seit Jahren rückläufig, in einigen Bereichen aber dennoch gegeben. Wichtige Anwendungen sind die Chloralkalielektrolyse, bei der sich jedoch quecksilberfreie Verfahren mehr und mehr durch-setzen, die elektrotechnische Industrie (Batterien und Entladungslampen; ebenfalls rückläufig) sowie die Zahnmedizin (Amalgam). Für 1993 werden von Böhm et al. (2002) folgende Zahlen zur Aufteilung der Quecksilberverwendung (insgesamt 92 t) in Deutschland angegeben:
Chloralkalielektrolyse (26,2 t 28%); Elektrotechnische Industrie (18,6 t 20%), Messtechnik, Gerätebau (4,9 t 5%); Medizin (29,9 t 32%); Chemikalien und Reagenzien (3,1 t 3%); Sonstiges (10,0 t 11%)
Für das Jahr 2000 wird in derselben Quelle ein Verbrauch von 48 t eingeschätzt, was einem jährlichen Rückgang von 9 % entspräche. Bei der Verwendung stehen das metallische Quecksilber und z. T. auch Quecksilberoxid im Mittelpunkt. Organische Quecksilberverbindungen werden dagegen kaum noch eingesetzt.
Quecksilber wird für die biologischen Prozesse der Lebewesen nicht benötigt. Andererseits wirkt es aber stark toxisch. Bei metallischem Quecksilber besteht die Gefahr für den Menschen insbesondere durch Inhalieren der entstehenden Dämpfe, während die Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt eher unkritisch ist. Anorganische Verbindungen des Metalls, insbesondere Quecksilber(II)-Verbindungen können dagegen aufgrund ihrer Löslichkeit auch über die Nahrung oder das Trinkwasser aufgenommen werden. Besonders gefährlich sind organische Quecksilberverbindungen, die aufgrund ihrer guten Fettlöslichkeit sehr gut vom Organismus aufgenommen werden.
Chronische Quecksilbervergiftungen äußern sich insbesondere in der Schädigung des Gehirns, der Nieren und des Gewebes (Zellmembranen).
In der Liste der prioritären Stoffe nach Artikel 16 der EU-WRRL ist Quecksilber in die prioritär-gefährlichen Stoffe eingeordnet.
eingetragen am: 17.08.09
erstellt von: h.temann@tsbi.de
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